Reisebericht Venedig

Von der Oder an die Adria


Da hatten wir uns ja etwas vorgenommen. Etwas skeptisch schaue ich auf die kleinen frisch herausgeputzten Flugzeuge, deren Tragflächen in der Morgensonne glänzten. Würden die beiden Cessnas den Sprung über die mächtigen Alpen schaffen? Zum Nachgrübeln blieb keine Zeit: Das Wetter war gut, die Maschinen getankt und bereit zum Abflug.
Und los ging’s. Wir stiegen auf in Richtung Süden. Unter uns zog die flache brandenburgische Landschaft dahin mit ihren vielen Seen, bewaldeten Hügeln und den kleinen Ortschaften, die sich als bunte Farbtupfer vom Grün der Wälder und Felder abhoben.

Und schon waren wir über dem Erzgebirge, aus den Hügeln wurden Berge, rechterhand tauchte die Spitze des Fichtelberghauses auf.
Wir überflogen tschechisches Gebiet und landeten nach etwa drei Stunden Flugzeit im bayerischen Eggenfelden. Tanken, Formalitäten erledigen, etwas essen und weiter ging’s Richtung Alpen. Die beiden Flugzeuge stiegen zum Himmel empor der Sonne entgegen, erreichten die optimale Flughöhe von 9000 Fuß, gerade rechtzeitig, als vor uns die mächtigen Felszüge der Alpen auftauchten.

Welch ein Anblick! Schneebedeckte Gipfel, tiefe Schluchten, schmale eingeschnittene Täler mit winzigen Straßen und noch winzigeren Häuschen! Ein unbeschreibliches, traumhaft schönes Erlebnis! Viel zu schnell holte uns die Wirklichkeit wieder ein und wir landeten nach zwei Stunden im slowenischen Portoroz.

Anrührende Gastfreundschaft empfing uns, wir fühlten uns sofort heimisch und geborgen. Nach dem Abstellen der Flugzeuge brachten uns die Flugplatzmitarbeiter in unser gemütliches Hotel direkt am Meer. Nach einer kurzen Stärkung erkundeten wir das kleine Städtchen, das sich schon gut auf den kommenden Tourismus eingestellt hat. Ein reichliches Abendessen in einer gemütlichen Taverne rundete den ereignisreichen Tag ab.

Ausgeruht und gut gelaunt starteten wir am nächsten Tag Richtung Venedig. Der Grasplatz, auf dem wir landeten, war sehr kurz. Unsere beiden Piloten bewiesen Ihr Können und ihre Erfahrung und brachten uns sicher auf den Boden.

Venedig! Da lag sie vor uns, diese einzigartige und viel beschriebene Stadt, in der die Boote und Dampfer fahren, wie bei uns die Autos. Selbst Ampeln fehlen nicht! Ein Spaziergang durch die Gassen führte uns an vielen historischen Gebäuden vorbei bis hin zur Seufzerbrücke. Und der Markusplatz!

Beeindruckend die Fassaden, Balkons und Fenster, die noch genauso aussahen, wie vor vielen hundert Jahren. Viele Menschen und noch mehr Tauben versammelten sich auf dem historischen Platz. Viel zu schnell verging die Zeit und mahnte uns zur Rückkehr nach Portoroz.

Der nächste Morgen ließ uns sorgenvoll in den Himmel schauen. Graue Wolken und Regen verhießen nichts Gutes. Winfried und Frank, unsere beiden Fluglehrer, holten den Wetterbericht ein und checkten die Lage. Wir flogen los, stiegen gleich auf 6.000, dann auf 8.000 und 10.000 Fuß. In dieser Höhe überwanden wir die Alpen und landeten bei etwas besserem Wetter nach zweieinhalb Stunden in Straubing. Nach dem Betanken der Flugzeuge und einem deftigen Essen in der bayerischen Gaststätte auf dem Flugplatz ging’s weiter Richtung Heimat. Am Nachmittag empfing uns Frau Gebhardt liebevoll mit heißem Kaffee und frischem Kuchen in Strausberg. Mit reichlich Film- und Bildmaterial in den Kameras und vielen bleibenden Eindrücken waren wir wieder glücklich zu Hause angekommen.

Ein erlebnisreiches Wochenende mit vielen Highlights für Flieger und Flugbegeisterte. Zum Nachmachen empfohlen!

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